Resilienz gegen Desinformation stärken
06.08.2026
Das Projekt SEED (Supporting European Youth Engagement against Disinformation) stärkt junge Menschen und pädagogische Fachkräfte darin, Desinformation zu erkennen, Inhalte kritisch zu prüfen und wirksame Gegenstrategien zu entwickeln. Das Projekt arbeitet transnational in Deutschland, Italien und den Niederlanden und reagiert damit auf ein Problem, das nicht an Landesgrenzen endet. Die Verbreitung von Fake News, Desinformation und radikalisierten Kampagnen erfolgt länderübergreifend und erreicht die Zielgruppen mit enormer Geschwindigkeit. Das Projekt will digitale Resilienz und Handlungskompetenz junger Menschen stärken und Fachkräften Methoden an die Hand geben. Das Angebot der Jugendstiftung Baden-Württemberg wird durch die Europäische Union kofinanziert.
Basierend auf den Befragungen von 73 Fachkräften und 188 Jugendlichen von April bis Juli 2026 entwickelt die Jugendstiftung BW praxisnahe Materialien und Formate zum Thema Desinformation. Im Herbst bietet SEED dazu drei regionale Fachtage (Stuttgart, Offenburg, Biberach) für pädagogische Fachkräfte an. Ergänzend nehmen rund 250 Schüler:innen ab Klasse 7 an einem dreiteiligen Training zur Prüfung und Reflexion von Desinformation teil.
Die Befragung von 73 Fachkräften und 188 Jugendlichen zeigt deutliche Handlungsbedarfe beim Thema Desinformation. Fachkräfte schätzen ihre eigene Erkennungskompetenz hoch ein (über 87 %), nehmen bei Jugendlichen jedoch große Defizite wahr. Dennoch findet ein Austausch im pädagogischen Alltag selten statt, erschwert durch die Schnelllebigkeit digitaler Medien (74 %) und die Emotionalität von Inhalten (58 %). Auf Seiten der Jugendlichen begegnen 59 % mindestens mehrmals wöchentlich Desinformation – primär in Form von Kurzvideos (87,6 %). Trotz dieser hohen Betroffenheit reagieren rund 70 % passiv und scrollen weiter.
Weitere Infos: https://www.jugendstiftung.de/angebote/seed-europaeisches-jugendengagement-gegen-desinformation/