Junge Stimmen für Klimagerechtigkeit: Was Jugendinformation heute leisten muss
20.11.2025
Ein Seminar des Europarats zeigt, wie Jugendliche besser informiert, gestärkt und politisch wirksam werden können.
Am Seminar „Equipping Youth with Skills for Climate Action: Youth Engagement and Effective Information Sharing“ von ERYICA am 11. bis 13. November 2025 im Europäischen Jugendzentrum in Straßburg nahm von der Jugendstiftung Lydia Thielemann (BFD) teil. Ziel der Teilnahme war es, herauszufinden, wie Jugendinformation und Klima-Aktivismus miteinander verbunden werden können und welche Erkenntnisse daraus für die Arbeit der Jugendstiftung relevant sind. Im Mittelpunkt des Seminars stand die Frage, wie junge Menschen besser über Klimagerechtigkeit informiert und für politische Beteiligung gestärkt werden können – ein Thema, das eine der zentralen Herausforderungen der Jugendinformation heute berührt: Wie gelingt gute Information und Kommunikation mit Jugendlichen?
Klimakrise, Jugendinformation und politische Teilhabe: Europas gemeinsame Verantwortung.
Es wurde deutlich, dass sich die aktuelle Klimakrise direkt auf das Leben junger Menschen auswirkt. Verlässliche, nicht verzerrte Informationen sind dabei Grundlage für gute Entscheidungen, um diese Krise nachhaltig zu bremsen. Für die Jugendstiftung ist dabei zentral, wie Informations- und Beratungsangebote so gestaltet werden können, dass sie Orientierung geben, Sorgen ernst nehmen und trotzdem zu handlungsorientiertem Engagement ermutigen. Besonders interessant sei die „Recommendation CM/Rec(2024)6 of the Committee of Ministers to member States on young people and climate action“ des Europarats gewesen, die im Seminar vorgestellt wurde. Eine solche Empfehlung ist eine gemeinsame politische Verständigung der 40 Mitgliedstaaten auf bestimmte Ziele oder Mindeststandards. In diesem Fall geht es darum, junge Menschen in ihren Rechten zu stärken, ihre politische Teilhabe auszubauen, in grüne Kompetenzen und Bildung zu investieren und Jugendarbeit gezielt beim Thema Klima zu unterstützen. Bei diesem, wie bei vielen anderen Problemen dieser Zeit, ist es wichtig, dass ein internationaler und gebietsübergreifender Austausch möglich gemacht wird sowie das korrekte, verständliche und aktivierende Informationen darüber verbreitet werden. Auch sind politische Beteiligungsmöglichkeiten wichtiger denn je für gerechte und nachhaltige Politik.
Zwischen Hoffnungslosigkeit und Empowerment: Was junge Menschen wirklich brauchen.
Gleichzeitig wurde deutlich, dass genau diese Beteiligung junger Menschen, gerade wenn es um Aktivismus geht, nicht immer geschützt ist bzw. selten zu Maßnahmen führt, die tatsächlich etwas bewegen. Bei politisch aktiven Jugendlichen führt das zunehmend zu einem Gefühl der Hoffnungslosigkeit und Hilflosigkeit. Gemeinsam diskutierten die Teilnehmenden, darunter auch junge Klima-Aktivist:innen, dieses Problem intensiv. Dabei fielen Begriffe wie „Eco-Anxiety“ und „Youthwashing“, die sowohl tiefe Angst als auch die fehlende oder lediglich symbolische Einbindung junger Menschen in politische Prozesse beschreiben.
Vorträge über Good-Practice-Beispiele und der Austausch mit Fachkräften und jungen Engagierten aus ganz Europa geben jedoch neue Hoffnung, dass mit guter Jugendinformation und lokalen Projekten doch mehr erreicht werden könne, als es zunächst scheint. Die Workshops zu jugendgerechter Kommunikation, Klima-Fehlinformation und lokaler Beteiligung vermittelten viele Ideen, wie Angebote der Jugendstiftung künftig noch konsequenter an Klimagerechtigkeit und Jugendaktivismus ausgerichtet werden können.